Geförderte Bücher
Gemäß unserer Zielsetzung, die Literaturen Indiens und seiner südasiatischen Nachbarländer im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen, haben wir durch Zuschüsse die Produktion einiger zeitgenössischer Romane, Erzählungen und Lyrikbände in direkter Übersetzung aus einer der Sprachen des Subkontinents gefördert. Obwohl das Literaturforum Indien nicht die gesamten Produktionskosten übernimmt, kann ein Zuschuss ausschlaggebend dafür sein, ob ein Buch erscheint oder nicht. Verlage, die planen, ein solches Werk herauszubringen, können sich mit einer kurzen Beschreibung des Projekts und einer Übersetzungsprobe um Förderung durch das Literaturforum Indien e.V. bewerben.
Jährlich wurde mindestens ein gefördertes Buchprojekt besonders herausgehoben und auf unseren Jahrestagungen präsentiert.
28 geförderte Titel seit 2007
2026

Raw Umber. Erinnerungen an eine indische Künstlerfamilie
Raw Umber ist eine Familiengeschichte von besonderer Tiefe. Sara Rai geht darin ihrer Herkunft und Selbstfindung als Schriftstellerin nach. Aus einem dichten Netz von persönlichen Erinnerungen und Dokumenten rekonstruiert sie ein Porträt ihrer von Literatur, Kunst und Politik geprägten Familie. In Sara Rais Leben und Werk verschmelzen Einflüsse und Prägungen aus vielen Traditionen Indiens: muslimisch und hinduistisch, religiös und säkular, historisch und aktuell.
Das Buch ist ein Zeitdokument des 20. Jahrhunderts, intimes Journal einer berühmten Familie und eine kulturgeschichtliche Reise in Indiens kosmopolitische Moderne.
2025
Auf der Suche nach dem Krug mit Nektar
Die Kumbh Mela ist das größte religiöse Fest der Welt. Im Roman von Samaresh Basu (1924–1988), der erstmals 1954 erschien, reist ein junger Intellektueller aus Kalkutta zur Kumbh Mela. Er selbst hat ein urban-materialistisches Weltbild, doch will er verstehen, was die Faszination dieses Festes ausmacht. Getragen werden die Pilger von der Hoffnung, mit einem Bad im heiligen Wasser am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna der Erlösung näher zu kommen.
2024

Entwurzelt
Kulbhushan denkt daran, wie er einen Tag vor seiner Abreise am Ufer der Gorai gesessen und bitterlich geweint hat. Jeder, der aus dem Land der siebenhundert Flüsse, aus Ost-Bengalen, stammt, hat wohl so einen Fluss, der jetzt, nachdem er sein Land verlassen hat, wie ein unaufhörlicher Strom von Tränen verborgen in seinem Inneren weiterfließt.
Claudia Kramatschek bespricht den Roman im SWR Kultur: Rezension (SWR)
2023

Die Schöne und der Papagei. Ein satirischer Roman aus Indien
Die Schöne und der Papagei ist eine Politsatire — und zugleich eine Reverenz an bis in die Gegenwart tradierte uralte indische Erzählkunst, wie sie sich etwa in den didaktischen Sammlungen Panchatantra und Hitopadesha niederschlägt. Charakteristisch für diese Erzählkunst ist die Kopplung von ausuferndem Fabulieren mit handfester Menschenkenntnis.

Mord (Kriminalroman)
Ein Mord ist geschehen. Aber das Opfer ist nur eine Prostituierte. Wen interessiert das schon! Der vom Dienst suspendierte Polizist Adhirath gibt sich nicht mit einfachen Lösungen zufrieden. Zu allem Überfluss muss Adhirath mit einem Disziplinarverfahren rechnen, denn er hat die Dienstvorschriften übertreten, um einem Untergebenen zu helfen. Adhirath ermittelt auf eigene Faust und mit eigenen Methoden. Ob am Schluss die Schuldigen gefasst und bestraft werden? Oder erweisen sich soziale Faktoren stärker als Beweismittel?

Für Surju
Eine Inderin arbeitet für einige Zeit als Dozentin in Bhutan. Zwischen ihr und ihrer ebenfalls indischen Hausangestellten entsteht im Laufe der Erzählung ein Verhältnis, das zwischen Kasten- und Klassenschranken einerseits und weiblicher Solidarität andererseits schwankt. In eher lakonischem Ton erzählt, entsteht das Bild eines fein gesponnenen Gewebes von Beziehungen vor dem Hintergrund der sozialen Umstände in Bhutan, dem »glücklichsten Land der Welt«.
2022

Von null bis eins. Abenteuer eines Gutsverwalters im Cyberspace
Zwei junge Männer fahren zusammen aus ihrem Dorf in die Großstadt Lahore: Faizan, der Sohn des lokalen Großgrundbesitzers, und sein Schulfreund Zaki, der Sohn des Gutsverwalters. Zaki wird trotz schlechter Ausgangsbedingungen zu einem begnadeten Computerspezialisten und lernt die Stadt in all ihren Facetten kennen. Als er sich in das falsche Mädchen verliebt und auch noch Faizan auf die Idee bringt, die Machenschaften der Gutsherren zu entlarven, beginnt ein dramatischer Rachefeldzug.
2021

Zwei Welten (Erzählungen)
Chudamani Raghavan (1931–2010) war durch eine körperliche Behinderung von Kindheit an auf ein Leben in häuslicher Enge beschränkt. Umso mehr beeindrucken ihre nuancierten Charakterbeschreibungen und ihr untrügliches Beobachtungsvermögen für menschliches Verhalten in den 574 Kurzgeschichten, die sie zwischen 1954 und 2004 veröffentlichte.

Murdahiya. Eine Dalit-Kindheit (Autobiografie)
Indien in den 1950er Jahren. Erst seit wenigen Jahren unabhängig, befindet sich das Land im Aufbruch. Aber das Leben der Dalits ist vor allem von Beschränkungen gekennzeichnet. Armut, die diskriminierenden Regeln des Kastensystems, Unwissenheit und Aberglaube beherrschen das Leben. Der junge Dorfbewohner Tulsi Ram berichtet von seiner Kindheit und Jugend in einer nordindischen Dalit-Siedlung und von seinen ersten Schritten hinaus aus der Enge seiner Umwelt.
2020

Hört zu, ich erzähle! Aus dem Leben einer indischen Schauspielerin (Autobiografie)
Bereits 1970 in Marathi erschienen, gehören die Lebenserinnerungen Hansa Wadkars bis heute zu den wichtigsten indischen Frauen-Autobiografien. Sie gewähren nicht nur Einblicke in die Frühzeit des indischen Kinos, sondern auch in das Gefühlsleben und die Kämpfe einer indischen Frau. Beruflich war Hansa Wadkar überaus erfolgreich, ihr Privatleben war dagegen von Ausbeutung durch die eigene Familie geprägt. Sie spielte in über 50 Filmen und avancierte in den 1940er Jahren zu einer der populärsten Schauspielerinnen des Marathi- und des Hindi-Films.

Die Zeiten ändern sich (Roman)
Ein Roman aus dem ländlichen Süden Indiens, der spannende Einblicke in das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen verschiedenen Kasten und Gesellschaftsschichten bietet. P. Sivakami, selbst Angehörige einer »unberührbaren« Kaste, porträtiert einen Mann, dem der soziale Aufstieg zu einer angesehenen Persönlichkeit in seinem Dorf gelungen ist. Seine Ehefrauen und seine Tochter erleben ihn allerdings als autoritären, manchmal jähzornigen Patriarchen. P. Sivakami verfasste das Buch bereits 1989 in Tamil und übersetzte es später selbst ins Englische.
2019
Ein Mann des Mittleren Weges (Roman)
Nach dem Erfolg ihres ersten Romans Monsoons and Potholes durchleuchtet Manuka Wijesinghe erneut die Geschichte und die Seele ihrer Heimat Sri Lanka. In diesem Roman über einen Dorfschulleiter wird dessen felsenfester Glaube an den Theravada-Buddhismus und das britische Bildungssystem von irrationalen Mächten wie Astrologie, Numerologie, Mythologie und menschlichem Begehren herausgefordert. Mit Temperament, Humor, Witz und Sarkasmus verbindet sie die strikte Disziplin des Theravada-Buddhismus mit den mystischen und volkstümlichen, bis heute sehr lebendigen Traditionen des alten Ceylon.

Im Labyrinth (Erzählungen)
Was passiert mit einem Land wie Indien, wenn Turboglobalisierung und koloniale Vergangenheit aufeinanderprallen? In Sara Rais Geschichten steht die Welt Kopf: Mitten in der Stadt breitet sich Wildnis aus, Verbrecher entkommen ihrer gerechten Strafe, Paläste zerfallen zu Staub. Rais Helden sind häufig skurrile Einzelgänger oder Außenseiter, aber auch ganz normale Menschen in der indischen Großstadt. Ihr Alltag wird zum Ausgangspunkt für magische Momente.
2018

Auf der Suche nach dem eigenen Sein. Frauen aus Nepal erzählen
Zwölf nepalesische Autorinnen erzählen sehr offen von ihrem Leben und Aufwachsen als Frauen in Nepal. In Nepal gelten Frauen weitgehend immer noch als stimmlose Wesen, die sich im Hintergrund zu halten und den Männern das Reden zu überlassen haben. Umso aufschlussreicher ist es, diese Frauen einmal zu Wort kommen zu lassen und aus erster Hand von ihren Problemen, Hoffnungen und Sehnsüchten zu erfahren.

Die Stadt, das Meer, die Liebe (Roman)
»Das war der letzte Tag von Asrars und Hinas Leben«, so beginnt dieser Roman, der bei seinem Erscheinen 2016 sofort zum meistdiskutierten Buch der Urdu-Literatur wurde. Ein junger Mann zieht in die Großstadt Mumbai, ergreift einen Beruf, verliebt sich. Ein Roman randvoll mit Spannung und Fantasie, mit Sozialkritik, Philosophie und Poesie. Die Vielfalt der muslimischen Gemeinschaft Indiens, die persönlichen und sozialen Probleme der jungen Generation, religiöse und sexuelle Spannungen, all das ist Thema dieser Geschichte.
2017

Der Nagalingabaum (Erzählungen)
In ihren Erzählungen setzt sich die Autorin kritisch mit festgefahrenen gesellschaftlichen Traditionen auseinander, z. B. mit von der künftigen Schwiegermutter dominierten Heiratsverhandlungen oder mit den bitteren Erfahrungen einer jungen Frau in den ersten Jahren nach der Heirat. Ganz allgemein gilt ihr besonderes Interesse dem immer noch von einer strengen Tradition bestimmten heutigen Leben, das vor allem für die Frauen eine Herausforderung darstellt.
2016

Pandavapuram – die Stadt der Liebe (Roman)
»Ich habe schon vor langem die dünne Grenze zwischen Wahrheit und Einbildung durchbrochen.« Das sagt Devi, eine Lehrerin in einem südindischen Dorf. Sie bekommt Besuch von einem Mann, der behauptet, sie schon einmal getroffen zu haben. Devi streitet das energisch ab. Es entsteht ein ebenso faszinierendes wie rätselhaftes Spiel zwischen der Frau und dem Fremden, wobei offen bleibt, was wirklich geschehen ist.
Wie queren wir Flüsse? Geschichten und Gedichte vom indischen Subkontinent
Jubiläumsband zum zehnjährigen Bestehen des Literaturforums Indien e.V. Die Auswahl der Geschichten und Gedichte will einen Querschnitt der neueren Literatur Indiens bieten. Sie umfasst Texte aus 12 Ausgangssprachen, wobei einige der sprachlich und kulturell nah verwandten Nachbarn Indiens einbezogen wurden. Vor Hindernissen, die es zu überwinden gilt, stehen die Protagonisten in vielen der Geschichten: vor der sozialen Kluft zwischen reich und arm, gebildet und unwissend, angesehen und verachtet.
2015

Die Mauern von Delhi (Zwei Erzählungen)
Uday Prakash ist einer der bedeutendsten Hindi-Schriftsteller der Gegenwart. Die meisten seiner Erzählungen handeln vom Leben in den ländlichen Gebieten, doch gibt es auch Geschichten, die in der indischen Hauptstadt Delhi angesiedelt sind. Zwei dieser Erzählungen finden sich in diesem Band.
2014

Der Ruf der weiten Welt (Erzählungen)
Von Tagores Erzählungen ist bisher nur ein kleiner Teil in Deutschland erschienen. Dabei sind es gerade diese bewegenden Geschichten, die die Menschen des 21. Jahrhunderts ansprechen. Die zehn Kurzgeschichten dieses Bandes sollen dabei helfen, den großen indischen Künstler neu zu entdecken.
2013

Auf der Suche nach Sita. Neue Blicke in die indische Mythologie
Sita, die Heldin des Ramayana, entfaltete über Jahrhunderte eine prägende Wirkung auf die Mädchen und Frauen Indiens. Die Essays, Interviews und Kurzgeschichten dieser Anthologie beleuchten die Rolle Sitas als Leitbild vieler Generationen und untersuchen, wie Gandhi und Nehru Sita sahen und wie sie auf die heutige junge Generation wirkt. Das Buch hilft zu verstehen, wie Inder, und besonders Inderinnen, denken und fühlen, welche Ideale und Vorbilder sie verinnerlicht haben.

Das Brahmanenmädchen und der Sohn des Bootsmanns
Mahasweta Devi (geb. 1926) gehört zu den bedeutendsten indischen Schriftstellerinnen. Sie hat mehr als 50 Romane und eine noch höhere Zahl von Kurzgeschichten verfasst. Die Erzählung gehört zu ihren frühen Werken.
2012

Ein Tropfen Licht (Gedichte)
O. N. V. Kurup (geb. 1931 in Chavara, Kollam, Kerala) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter Indiens, führender Lyriker der klassischen Moderne der Gegenwartsliteratur in Malayalam, in Indien gewürdigt als »Humanist unter Dichtern und Dichter unter Humanisten«. Vielfach national und international ausgezeichnet, zuletzt mit dem höchsten Literaturpreis Indiens (Jnanapitham 2007).
2011

Die Stunde nach Mitternacht (Roman)
Die indische Schriftstellerin Salma beschreibt in ihrem Roman das Leben von muslimischen Frauen im indischen Bundesstaat Tamil Nadu. Die Frauen leben in einer abgeschlossenen, von Männern dominierten Welt. Ihr Leben besteht aus kleinen Rebellionen und Kompromissen.
2010

Weißer Hibiskus (Erzählungen)
Geetanjali Shree (geb. 1957) erzählt mit großer Präzision Geschichten über die Vielschichtigkeit menschlichen Verhaltens. International bekannt wurde sie durch ihren Roman »Mai«. Ihre Erzählungen handeln von Familien- und Beziehungsstrukturen, von sozialen und religiösen Konflikten. Dabei versucht sie weniger, spannende Geschichten zu erzählen, als Stimmungen zu erzeugen, in denen sich Gefühle, Phantasien und Erinnerungen entwickeln können.
Mai (Roman)
Drei Generationen einer gut situierten Familie in Nordindien. Im Zentrum steht Rajjo, die im Roman zumeist Mai (das Hindi-Wort für »Mutter«) genannt wird. Rajjo, die zunächst so schwach und unscheinbar wirkt, gewinnt im Verlauf des Werkes immer mehr an Konturen. In »Mai« zeichnet Geetanjali Shree ein detailliertes Bild der Rollenmuster und des Beziehungsgeflechts in einer traditionellen indischen Familie.
2009

Der Ursprung des Regenbogens. Stammesmythen aus Südindien
»Der Ursprung des Regenbogens« führt den Leser ein in die faszinierende Gedanken- und Vorstellungswelt der Alu-Kurumba, eines kleinen Stammesvolkes aus den Nilgiri Hills in Tamil Nadu. Die Auswahl aus den reichen mythischen Überlieferungen schließt Mythen ein, die von der Schöpfung und den Ahnen erzählen, um Götter und Dämonen kreisen sowie Naturerscheinungen und den Ursprung bestimmter Tiere deuten.
2007 / 2008

Der goldene Gürtel (Erzählungen)
Der indische Schriftsteller Uday Prakash wurde 1952 in einem Dorf im Bundesstaat Madhya Pradesh geboren. Er wird zu den bedeutendsten Autoren des Landes gezählt. In den fünf Erzählungen dieses Bandes gelingt es Uday Prakash, eine atmosphärische Dichte herzustellen, die an Edgar Allan Poe erinnert.